Liberalismus
Friedrich Naumann (1860 - 1919) war ein deutscher liberaler Politiker, Publizist und evangelischer Sozialreformer. Als Pfarrer begann er mit sozialdiakonischer Arbeit, wandte sich jedoch bald der politischen Publizistik zu und gründete 1896 die Zeitschrift Die Hilfe, ein zentrales Organ des sozialen Liberalismus. Naumann suchte einen "national‑sozialen" Liberalismus, der wirtschaftliche Modernisierung, soziale Reformen und politische Teilhabe verband. 1903 zog er für die Freisinnigen in den Reichstag ein und profilierte sich als Vertreter eines demokratisch erneuerten Nationalstaats. Während des Ersten Weltkriegs plädierte er für eine mitteleuropäische Ordnung, zugleich blieb er ein Befürworter parlamentarischer Reformen. 1918 war er Mitbegründer der Deutschen Demokratischen Partei und engagierte sich für die junge Weimarer Republik. Sein Wirken prägte den modernen deutschen Liberalismus; die nach ihm benannte Friedrich‑Naumann‑Stiftung führt sein geistiges Erbe fort.





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