Ungarn

Zitate

Ungarn.
Geschichte. In Ungarn soll schon König Matthias Corvinus (1458-1490) den postmäßigen Wechsel von Pferden und Fuhrwerken eingeführt haben. Zwischen Großwardein und Siebenbürgen soll in den Jahren 1540-1550 eine regelmäßige, auch für die Allgemeinheit benutzbare Beförderungsgelegenheit bestanden haben. Die Entwicklung des Verkehrs in Ungarn wurde durch die lange andauernden Türken-kriege und durch Zwietracht im Innern gelähmt. Erst unter den ungarischen Königen aus dem Hause Habsburg entwickelten sich die Posten stetiger. Ferdinand I. (1556-1564) verlieh dem Reichspost-meister Matthias v. Taxis ein Vorrecht zur Einrichtung von Posten in Ungarn. Gegen den Widerstand der ungarischen Stände scheint die Familie Taxis erst später davon Gebrauch gemacht zu haben. Sie übertrug 1612 ihr Vorrecht an den Italiener Karl Magni, der es 1623 an den steyerischen Oberpostmeister Johann Christoph Paar abtrat. Gleichfalls Im Widerstreit mit den ungarischen Ständen gelang es Paar 1624, die teils erhaltenen, teils gegen Entgelt erworbenen Postgerecht-same in ein Manneslehen umzugestalten, das ihm Ferdinand II. 1624 verlieh. König Karl III. löste 1722 das Postlehen der Familie Paar gegen Abfindung ab. Ein nennenswerter Postverkehr entwickelte sich nun nur in den Städten. Um die Stellen, namentlich auf dem flachen Lande, herrschte ein starker Wettbewerb, da nach der Ablösung des Postlehens die Bestallung der Postmeister der Übernahme eines Staatsamts gleichkam. Der Postdienst als solcher wurde dabei ganz Nebensache. Dem bereitete erst Josef II. (1765-1790) ein Ende. Er erließ ein strenges Verbot gegen den Kauf und Verkauf von Poststationen. Um aber diejenigen, die in gutem Glauben gegen Entgelt Poststationen erworben hatten, nicht zu schädigen, wurde ein für jede Station bemessener unveränderlicher Betrag festgesetzt, den der Nachfolger an seinen Vorgänger zu zahlen hatte, wenn dieser das Amt für gewisse Zeit treu und redlich verwaltet hatte. Dieser Betrag wurde in Ungarn als »Realpreise bezeichnet und erhielt sich bei einigen Poststationen bis in die letzten Jahrzehnte des 19. Jahrhunderts. Josef II. hatte bald nach seinem Regierungsantritt in der Verfassung der obersten Landes-behörden einschneidende Änderungen vorgenommen. Nach seinem Tode gab es in Ungarn drei Hauptbehörden: die Hofkanzlei und die Hof-kammer in Wien sowie den Statthalterrat in Ofen. Die Leitung der ungarischen Posten wurde zwischen dem Statthalterrat und der Hof-kammer aufgeteilt. Entscheidende Neuerungen im ungarischen Postwesen brachte erst das 19. Jahrhundert. Es wurden das »Postgesetze vom 5. 11. 1837 und unmittelbar darauf die »Briefpostordnung « und die »Fahrpostordnung « geschaffen. Infolge der Ereignisse des Jahres 1848 wurde die selbständige Stellung innerhalb der Monarchie aufgehoben, und die im österreichischen Teil der Monarchie gültigen Gesetze und Verordnungen wurden auf Ungarn ausgedehnt. Entsprechend der neuen Einteilung der Länder der ungarischen Krone wurden 8 Postdirektionen errichtet. 1. 6. 1850 Einführung der Freimarken. 1867 nach Wiedereinsetzung der ungarischen Verfassung wurde die Selbständigkeit der ungarischen Postverwaltung wiederhergestellt. Dem WPV trat Ungarn am 1. 7. 1875 bei. 1896 Umgestaltung des Post- und Telegraphenwesens. Die „Generaldirektion für Posten, Telegraphen und Telephonie“ wurde dem Handelsministerium unterstellt.
in: Hans Rackow: Handwörterbuch des Postwesens

Webinare (philatelistische Vorträge) im Internet

Philatelistische Literatur

Nicht-Philatelistische Literatur

Book cover

Aus Politik und Zeitgeschichte 29-30/2009 - Ungarn

bpb / Beilage zur Wochenzeitung Das Parlament

Bonn 2009

# Ungarn # Bundeszentrale für politische Bildung

Book cover

Heinrich Siegler: Die Ereignisse in Polen und in Ungarn

Bonn 1956

# Polen # Ungarn # Geschichte / Politik

Aufsätze in Anthologien und Zeitschriften

Article
Gottfried North: Post- und Telekommunikationsgeschichte in Ungarn
in: Post- und Telekommunikationsgeschichte Heft 2/1996 Frankfurt/Main 1996

# Postgeschichte # Ungarn

Article
Eva Ring: The Hungarian Post Office and Travel Narratives in the 18th and 19th Centuries
in: Muriel Le Roux: Post Offices of Europe. 19th - 21st Century. A Comparative History Comité pour l'Histoire de la Poste Paris 2007

# Ungarn

Article
Valter Astolfi: La Missione Militare Italiana in Ungheria (1919)
in: Posta militare e storia postale. Rivista dell' A.I.C.P.M. - 152 - dicembre 2019 Rimini 2019

# Feldpost # Ungarn

Article
Endre Simó: "Verworrene Beziehungen" zwischen sozialen Bewegungen und linken Parteien: der ungarische Fall
in: Michael Brie, Cornelia Hildebrand: Für ein anderes Europa. Linke Parteien im Aufbruch Karl Dietz Verlag Berlin 2005

# Ungarn

Article
Eszter Ganter, Heidi Hein-Kircher: Imperiale Herausforderung in Habsburgs Emerging Cities: lemberg und Budapest zwischen Nationalisierung, Stadtentwicklung und Wissenstransfer
in: Bernhard Bachinger u.a.: Österreich-Ungarns imperiale Herausforderungen. Nationalismen und Rivalität im Habsburgerreich um 1900 V&R unipress Göttingen 2020

# Ungarn # Ukraine

Article
Ute und Elmar Dorr: Erkenntnisse zum Porto-Stempel der Budapester Hauptpost
in: Gildebrief 264 - Februar 2021 Poststempelgilde e.V. Soest 2021

# Ungarn

Article
Kai-Olaf Lang: Innen-, außen- und wirtschaftspolitische Setzungen des "Systems Orban"
in: Aus Politik und Zeitgeschichte 47-48/2015 - Visegrád-Staaten bpb / Beilage zur Wochenzeitung Das Parlament Bonn 2015

# Ungarn

Relevante Kataloge