Belgien

Ausriß aus H. Schwaneberger Internationales illustrirtes Briefmarken-Sammelbuch, 11. Auflage

Das Königreich Belgien ist ein föderaler Staat in Westeuropa.

Zitate

Im Mittelalter hatten in Belgien die städtischen Botenanstalten das alleinige Recht der Briefbeförderung, das sie sich bis zum Beginn des 18. Jahrhunderts bewahrten. Karl V. begründete 1516 zwischen Brüssel und Wien eine Reitpost und belehnte Jean Baptiste von Thurn und Taxis mit dem Generalpostmeisteramt in den österreichischen Südniederlanden, das seinen Sitz in Brüssel hatte. Die südlichen Niederlande wurden so ganz von dem Generalpostmeisteramt betreut, das zugleich die Verbindungen nach Süddeutschland, Österreich. Italien sowie nach Spanien und Frankreich vermittelte. Seit dieser Zeit begann die von beiden Seiten hartnäckig geführte Fehde zwischen der „Poste royale“ und den städtischen Botenanstalten. Die Verordnung der Königin Marie vom 30.10. 1551 ermächtigte Leonard von Taxis, auch Privatbriefe zur Beförderung ins Ausland anzunehmen. Zugleich wurde verboten, ohne Erlaubnis der General-Postmeisters Privatbriefe durch andere Anstalten (Kuriere, Relais usw.) in Ausland zu senden, überhaupt solche Relais usw. zu halten. Den Übelständen, die sich bei den privatpostwesen seit längerer Zeit eingeschlichen hatten, suchte die PO von 1547 abzuhelfen. Ein Erlaß Rudolphs II. vom 7.11.1597, der auch in den Niederlanden und der Provinz Lüttich veröffentlicht wurde, verbot den Metzgern, die bis dahin an der Briefbeförderung von Ort zu Ort lebhaft beteiligt waren, sich ferner mit der Briefbeförderung zu befassen.  Neben der Regierungspost bestanden aber in den Südniederlanden die Botenanstalten der Gemeinden fort und entwickelten sich derart, daß beim Beginn des 17. Jahrhunderts jeder einigermaßen bedeutende Ort Flanderns eigene boten hatte.
Diese Boten beförderten Briefe, Pakete und Gelder oder auch mündliche Bestellungen; sie benutzen Pferde, Wagen oder Schiffe oder gingen zu Fuß Jeder hatte an seinem Haus einen Briefkasten, der den Ort anzeigte, wohin er sich zu begeben hatte. Die wachsende Bedeutung der Gemeindeposten führte bald zu Übergriffen auf das Gebiet der Taxisschen Post. Schon 1653 schlug der Rat von Antwerpen der Regierung vor, die Regierungspost aufzuheben; er bestritt dem Grafen von Taxis die Rechtsbeständigkeit seines Amts als Generalpostmeister der Niederlande und die Befugnis, für das niederländische Gebiet Postverträge mit dem Ausland abzuschließen. 1657 rissen Antwerpener Boten die Besorgung der postversande nach Holland gewalttätig an sich. 1659 schritt der Generalprokurator auf Veranlassung des Gouverneurs der Niederlande mit ernsten Maßregeln gegen die aufrührerischen Boten ein, was einen gewaltsam unterdrückten Aufstand des Pöbels von Antwerpen zur Folge hatte. Den ersten entscheidenden Schlag gegen die Botenanstalten führte Philipp von Anjou, , der am 17.3.1701 die Errichtung königlicher Relais auf allen Hauptstraßen der Niederlande befahl und feste Gebührensätze für die Beförderung von Briefen und Reisenden durch die Posten verordnete. Strenge Erlasse verschärften noch die Strafen für die Beeinträchtigung des staatlichen Postmonopols. 1725 überwies Graf Daun trotz des heftigen Widerspruchs der Staaten von Brabant die Niederländische Post für eine Pacht von 80 000 Florins an Anselm, Franz Fürsten von Taxis, was nachher unter Erhöhung der Pachtsumme auf 125 000 Florins auf die Dauer von 25 Jahren bestätigt wurde. Manche Protestakte, namentlich der unzufriedenen flanderischen Gemeinden, folgten. Erst eine kaiserliche Verordnung machte diesem Streit 1769 ein Ende. Taxis behielt das Postwesen in den österreichischen Niederlanden, zuletzt für eine Summe von 135 000 Florins jährlich, bis zur französischen Revolution in Pacht. Eine längere wechselvolle Übergangszeit folgte. Seien eigene Staatspost hat Belgien seit Errichtung des Königreiches (1831). In der Ausgabe von Freimarken am 27.6.1849 stand Belgien an der Spitze aller europäischen Verwaltungen.
in: Hans Rackow: Handwörterbuch des Postwesens

Belgien. In der Beliebtheitsstatistik an guter Position liegendes Sammelgebiet. Seit über 40 Jahren gibt Belgien ansprechende Bildermarken heraus, die mit ganz wenigen Ausnahmen Bel-gien oder Europa berührenden Dingen gewidmet sind. Es gibt allerdings viele inzwischen sehr teuer gewordene Sätze bzw. Einzelwerte, zu denen auch die früheren Ausgaben gehören. Bis 1952 erschienen zahlr. Wohltätigkeitsmarken und Blocks mit 100 und mehr Prozent Zuschlag zum Frankaturwert, die auf der FIP-Liste der unerwünschten Ausgaben stehen. Seit langem aber hält sich Belgien bezügl. der postfremden Zuschläge an die Forderung der FIP-Kommission. Belgien, das auch der CEPT angehört und Europa-Marken verausgabt, ist als Sammelgebiet zu empfehlen. Allg. interessant sind die Sonntagsmarken, die es von 1893-1914 gegeben hat. Neben den Dienstmarken für die Eisenbahnverwaltung, kenntl. am Aufdruck eines Flügelrades bzw. Aufdruck B (seit 1945 Bestandteil des Markenbildes), berücksichtigen viele Sammler die rund 400 Eisenbahnpaketmarken, die erhebl. wenigeren Postpaketmarken u. a. Die für die von Belgien nach Ende des 1. Weltkrieges besetzten dt. Gebiete und die Besatzungstruppen (Eupen, Malmedy, Belg. Militärpost im Rheinland) verausgabten Marken werden auch von Deutschland-Sammlern gern aufgenommen und waren früher im Michel-Deutschland-Katalog verzeichnet. Das Sammelgebiet Belgien kann außerdem mit den Marken für die ehem. Besitzung Belgisch-die ehem. Besitzung Belgisch-Kongo und die Besetzungsausgaben für Deutsch-Ostafrika (Ruanda, Urundi) abgerundet werden. Es besteht eine Arbeitsgemeinschaft Belgien, die vorhandene Literatur ist umfangreich.
in: Ullrich Häger: Großes Lexikon der Philatelie

Philatelistische Literatur

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James van der Linden: Grenzübergangsstempel nach und über Belgien in der Revolutionszeit

Postgeschichte und Altbriefkunde Heft 102 - September 1990

ohne Ort 1990

# Grenzübergangsstempel # Belgien # DASV - Deutscher Altbriefsammler-Verein e.V.

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James van der Linden: Postverbindungen zwischen Belgien und Deutschland

Postgeschichte und Altbriefkunde Heft 46 - 1977

ohne Ort 1977

# Deutschland # Belgien

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James van der Linden: Rayonstempel im belgischen Raum

Postgeschichte und Altbriefkunde Heft 28 - 1973

Offenbach am Main 1973

# Belgien # DASV - Deutscher Altbriefsammler-Verein e.V.

Nicht-Philatelistische Literatur

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Aus Politik und Zeitgeschichte 8/2008 - Benelux

bpb / Beilage zur Wochenzeitung Das Parlament

Bonn 2008

# Belgien # Luxemburg # Bundeszentrale für politische Bildung

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Ernst Günther Grimme: Belgien. Spiegelbild Europas

11. Auflage. DuMont Buchverlag

Köln 1990

# Belgien # Reiseführer

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R. Goscinny, A. Uderzo: Asterix bei den Belgiern

Delta

Stuttgart ohne Jahr

# Belgien # Comics / Cartoons

Aufsätze in Anthologien und Zeitschriften

Article
Wolfgang Herterich: Deutsche Kriegsgefangene in Belgien 1945 - 1948
in: Gildebrief 198 - Juli 2000 Poststempelgilde e.V. Soest 2000

# Kriegsgefangene II.WK # Belgien

Article
Albert Louis: Die Lösung Belgiens aus dem Vereinigten Königreich der Niederlande und die postalischen Konsequenzen in der Zeit von 1830 - 1839
in: Belgica 2001 - 500 Years European Post Catalogus - Catalogue - Katalog Brüssel 2001

# Belgien

Article
Michael Mary: Les Relais de la poste aux Chevaux: de la realite postale au romantisme
in: Belgica 2001 - 500 Years European Post Catalogus - Catalogue - Katalog Brüssel 2001

# Belgien

Article
Lucien van Hecke: Schwarze Aufdrucke im unteren Teil der Sendungen
in: Rundbrief 2013 - 3 Bundesarbeitsgemeinschaft Briefpostautomation e.V. Kelkheim 2013

# Belgien

Article
A. Speekaert: Auszug aus dem Postvertrag Preussen-Belgien vom 23. November 1846
in: Postgeschichte und Altbriefkunde Heft 104 - März 1991 ohne Ort 1991

# Postverträge # Preußen # Belgien

Article
James van der Linden: Les marques d'entée sur le correspondance vers la France, venant des Pays-Bas espagnols puis autrichiens, la Hollande et l'Allemagne, pendant l'ancien régime
in: Postgeschichte und Altbriefkunde Heft 105 - Mai 1991 ohne Ort 1991

# Frankreich # Grenzübergangsstempel # Deutschland # Belgien # Niederlande

Article
Uwe Kensing: NATO-Schalterfrankierung der belgischen Post
in: Rundbrief 2019 - 1 Bundesarbeitsgemeinschaft Briefpostautomation e.V. Kelkheim 2019

# Belgien

Article
Ahlrich Meyer, Insa Meinen: Jüdische Immigranten in der belgischen Ökonomie (1918 bis 1942)
in: Sozial.Geschichte Online: Zeitschrift für historische Analyse des 20. und 21. Jahrhunderts. Heft 23/2018 Duisburg/Essen 2018

# Belgien

Article
Ahlrich Meyer, Insa Meinen: Jüdische Immigranten in der belgischen Ökonomie (1918 bis 1942)
in: Sozial.Geschichte Online: Zeitschrift für historische Analyse des 20. und 21. Jahrhunderts. Heft 22/2018 Duisburg/Essen 2018

# Belgien

Article
Robert Lisabeth: Transatlantic mail passing the United Kingdom to Belgium
in: OPUS XX - The British Empire Académìe Européenne de Philatélie ohne Ort 2020

# Großbritannien # Belgien

Article
Mauro Gasparini, Axel Farkas: Klimabewegung - Fortschritte und Hindernisse
in: die internationale. Magazin der Internationalen Sozialistischen Organisation Juli/August 2019 Köln 2019

# Belgien

Article
Evelyne Mertens: Die Deutschsprachige Gemeinschaft im östlichen Belgien: Europa im Kleinen
in: Aus Politik und Zeitgeschichte 8/2008 - Benelux bpb / Beilage zur Wochenzeitung Das Parlament Bonn 2008

# Belgien # Eupen / Malmedy

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