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Paul Lietzow: Das Schwarze Buch der Philatelie oder Neudruck und Fälschung von Postmarken und Briefumschlägen.

Jahresgabe 1990 des Briefmarken-Clubs Hannover von 1886 e.V. und des Briefmarkensammler-Vereins Saxonia Leipzig; Berlin, 1879

Schlagworte: Fälschungen (zum Schaden der Sammler)

Autoren: Paul Lietzow

Enthält Kapitel zu: Neapel (Königreich) Österreich Kirchenstaat Toskana (Fürstentum) Frankreich Modena (Herzogtum) Schweiz Sizilien Parma / Herzogtum Parma und Piacenza Romagna Sardinien (Königreich) Lombardei-Venetien Ionische Inseln Montenegro Italien Island Brasilien Mexiko Großbritannien Thurn und Taxis Spanien / Spanischer Bürgerkrieg Portugal und seine Kolonien Cordoba / Kordova Baden Bayern Braunschweig Hamburg Bremen Hannover Lübeck Mecklenburg-Schwerin Oldenburg Preußen Sachsen Württemberg Rumänien Belgien Niederlande Russland Bergedorf Schleswig-Holstein und Lauenburg Dänemark Finnland / Suomi Schweden Serbien Türkei / Osmanisches Reich USA / Vereinigte Staaten von Amerika Peru Neuseeland Azoren Japan Kap der guten Hoffnung Bolivien Guyana / Britisch-Guiana / Französisch-Guiana Chile Costa Rica / Kostarika Dominica Dominikanische Republik / San Domingo Ecuador Fiji Islands / Fidschi-Inseln Guatemala Hawaii Hongkong Jungfern Inseln / Virgin Islands Kolumbien / Columbien Liberia Madeira Mauritius Natal Nicaragua Paraguay Iran / Persien Philippinen Réunion El Salvador / Salvador St. Helena St. Lucia St. Thomas & Principe St. Vincent Trinidad & Tobago Uruguay Venezuela Buenos Aires New South Wales Britisch-Columbia und Vancouverinsel Neubraunschweig Neufundland Neukaledonien Neuschottland / Nova Scotia Niederländisch-Indien Prinz-Eduard-Insel / Prinz-Edward-Inseln Transvaal Westaustralien Shanghai

Zitate

Fälschung. Die Segnatasse von 1863 und 1870, selbst die Werthe 1 und 2 cts., die ungebr. echt für 1 bis 2 Pfennig zu haben sind! Den Künstler ziert Bescheidenheit. Natürlich fehlt das Wasserz., die Nachahmungen haben ausserdem einen polizei-widrigen Entw.-Stempel.

Die sehr grossen Markenbestände gingen 1871 in die Hände der Markenhändler über. Neudrucke giebt es also nicht, dagegen haben die bekannten Bilderbogendrucker schon seit Jahren ale diese M. nachgepfuscht, mit und ohne Abstempelung, gez. Und ungeähnt. Möge ihre Seelen dafür 1000 Jahre im Fegefeuer braten!

Ein Neudruck ward nicht veranstaltet. Als Modena Italien einverleibt wurde, wurden die Marken-Vorräthe der Ausg. 1859 an Händler verkauft. Fälschungen giebt es in Menge. (Steindruck statt Buchdruck.) Kennzecihen: frische Farben, abweichende Inschrift, plumper Adler.

Ein Neudruck ward nicht veranstaltet. Die letzte Ausg. war bis Ende 1862 in Umlauf. Die Restbestände davon wurden an Händler verkauft. Die Fälschungen, welche sehr zahlreich sind, zerfallen in 2 Gattungen: die erste, von verkommenen Landessöhnen angefertigt, um die Psot zu betrügen. Die waren folgende M. der Ausg. 1858: 2, 10, 20 grana rosa, welche auf Briefe geklebt, abgestempelt und befördert wurden. Angeblich auch 1/2, 1, 5, 50 grana rosa. Die zweite Art Fälschungen rührt von Menschen her, die ihren Beruf verfehlt haben und deshalb vom philatel. Bauernfang leben. Diese setzen folgende Nachahmungen in die Welt: 1/2 grano roth, 1/2 tornese blau (Wappen), 1/2 tornese blau (Kreuz). Alle drei in Steindruck statt Kupferstich, auch fehlt das Wasserz. Lilie. Abgesehen davon sind die Fälschungen vielfach mit grösster Sorgfalt ausgefährt und ist Vorsicht beim Ankauf dringend zu rathen. Zur Anfertigung von 1/2 blau Kreuz hat die Platte derselben M. mit Wappen gedient. Die trug als Werthangabe unten 1/2 G.". Bei der M. mit Kreuz ward G halb ausgescahbt und in 1/2 T. Verwandelt. Bei denFälschungen ist weder vom Wappen, noch vom G. etwas zu sehen.

Viel Schwindel wird unter verschiedenen Namen ("Aushilfs- Retourmarken" mit Theilen von Markenbogen getrieben, nämlich mit Andreaskreuzen: Farbig auf weiss, Gelb, schwarz, roth, braun, blau. Weißes Greuz auf farb. Grund, gezähnt: Gelb, schwarz, grün, roth, braun, blau. Dieselen, farb. Kreuz auf weiss, gez. Dies sind einfach Papierschnitzel und ohne Sammelwerth.

Ein Neudruck ward nicht veranstaltet, dagegen ist die Masse der Fälschungen unzählbar. Bei Parma muss der "Neudruck" eben tüchtig herhalten da echte M. von Parma von Tag zu Tag seltener werden. Während diese in Buchdruckhergestellt waren, macht die Fälschungen der Steindrucker. Kennzeichen auserdem: neues Papier, frische Farben, abweichende Zahlen und Buchstaben, Federstriche oder Kleckse statt des Stempels.

Es giebt keinen Neudruck, dagegen Fälschungen in Masse. Echte R. sind in Buchdrucck hergestellt, die mesiten Nachahmungen in Steindruck, mehr oder weniger gut, mit und ohne "Stempel". (Vorsicht!)

Briefumschläge 1819/20. Neudruck. (18..?) Reiter, erhabener Blinddruck auf Streifen gelblichen gerippten Papiers. … Ein Neudruck von Marken ward nicht hergestellt! Die Restvorräthe der Aus. 1855 - 61 wurden zu Spottpreisen an Händler verkauft. Dies sind die M. Nr. 10 - 15 in Friedl's Katalog. Fälschung. Alle M. der ersten 3 Ausgaben. (FriedlNr. 1 - 9). Sie zu erkennen ist nicht gerade leicht Äußerste Vorsicht beim Ankauf ist geboten. Man achte auf den Entw.-Stempel und auf die Farben, die sich nicht unwesentlich von denen der echten M. unterscheiden.

Neudruck 1864. Ausg. 1857.Ausg. 1851/52. Neudr. 1866. Fälschungen. 2. Grobe in steindruck, plumper Löwe, Wasserz. fehlt. 2. …

Feinste Fälschung in bester Ausführung mit Wasserzeichen., besonders 3 Lire goldgelb. (Seltenheit ersten Ranges). Diese kaum zu erlangende M., für welche jetzt 200 Francs gefordert werden, versandte im Sommer 1877 ein Hamburger Händler in ziemlicher Anzahl. Er berechnete den übrigen Händlern das Stück mit 40 Mk. Da der Verdacht eienr Fälschung sich wie ein Lauffeuer verbreitete, wollte Niemand auf den Köder anbeissen. Nachher machte es der Mann billiger: er liess die 3 Lire durch Zwischenhändler an Sammler (das Stück 10 Mk.) verschciken, welche natürlich über den "billigen Kauf" frohlockten.